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IDAHOBITA* 2024 Göttingen

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FLAGGE ZEIGEN GEGEN QUEERFEINDLICHKEIT!

Am Freitag, 17. Mai findet der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Ace-Feindlichkeit – kurz: IDAHOBITA* – statt.


Nicht nur zum IDAHOBITA, sondern das ganze Jahr über setzen sich zahlreiche Göttinger Gruppen und Organisationen für die Überwindung von Ablehnung und Ausgrenzung, Diskriminierung und Bedrohungen aller Art gegenüber queeren Personen und Gruppen ein. Ziel ist die Sichtbarkeit und Akzeptanz, die Inklusion und Gleichstellung von vielfältigen Identitäten und Lebensweisen, Beziehungs- und Familienformen, sexuellen und romantischen Orientierungen sowie geschlechtlichen Identitäten. Zusammen mit weiteren zum IDAHOBITA 2024 engagierten queeren Göttinger Gruppen und Organisationen folgen wir der Einladung der Stadt Göttingen und sind am kommenden Freitag, 17. Mai ab 12 Uhr beim Hissen der Regenbogenflagge durch die Oberbürgermeisterin Petra Broistedt am Neuen Rathaus dabei. Seid Ihr auch dabei? Zuvor nehmen Verwaltungsangestellte an einem Workshop zu queeren Themen teil, durchgeführt von der Göttinger Aidshilfe und dem Queeren Zentrum. Nach dem Grußwort von Frau Broistedt halten wir als eine der anwesenden queeren Gruppen einen kritischen Redebeitrag zur aktuellen Situation in der Gesellschaft und – konkret – in unserer Stadt und Region. Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Menschen vor Ort dabei sind, um gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt und Diversität zu setzen.


Auch die im Göttinger IDAHOBITA-Bündnis entstandene Plakatserie „Queere Lebensstationen” wird am Neuen Rathaus zu sehen sein. Die aus 15 Stationen bestehende Serie thematisiert die verbreiteten Diskriminierungs-, Ausgrenzungs- und Gewalterfahrungen queerer Menschen vom Kindes- und Jugendalter bis zum höheren Lebensalter. (Hier kommst du zur Plakatserie: IDAHOBITA* Göttingen)

Das Motto des IDAHOBITA 2024 lautet „Gleichberechtigung, Freiheit und Gerechtigkeit für alle!“ und bezieht sich auf den 75. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Menschenrechte waren noch nie selbstverständlich und sie galten in der gesellschaftlichen Realität nie selbstverständlich und uneingeschränkt für alle. Die Menschenrechte mussten und müssen stets gelernt, verinnerlicht und immer wieder verteidigt werden – das erscheint dringender denn je. Das gleiche gilt für die Demokratie.


Das Erstarken rechter Gruppierungen und Parteien bedroht die Gleichberechtigung, Freiheit und Gerechtigkeit insbesondere auch für queere Menschen und Menschen, die von Mehrfachdiskriminierung oder Rassismus betroffen sind. Unsere Demokratie gerät ins Rutschen, wir stehen an gefährlichen Kipp-Punkten. Mit strategischem Kalkül vergiften menschenfeindliche Organisationen den demokratischen, rechtsstaatlichen und menschenrechtlichen Grundkonsens. Ihre Werkzeuge: Die Verschiebung der Sprache, um das Unsagbare salonfähig zu machen, systematische Verächtlichmachung und Herabwürdigung von Bevölkerungsgruppen. Für Hass im Netz und in der Straße öffnen sich Türen und Tore, wenn Tätergruppen denken, Gewalt sie ein probates Mittel und von gesellschaftlichem Klimawandel gedeckt und gestützt.


Wir alle sind aufgerufen zu Achtsamkeit und Wehrhaftigkeit, Entschlossenheit, Mut und Zivilcourage – wenn es drauf ankommt: Im Netz, auf der Straße, im Bus, in der Schule und Universität, beim Sportevent und abends in der Bar. Setzt Grenzen, steht bei, schreitet ein, holt Hilfe! Das ist für niemanden einfach, aber es lohnt sich für jede Situation, die verbessert werden kann, für jeden Übergriff, der verhindert oder beendet werden kann. Gleichzeitig und noch viel mehr braucht es gesellschaftliche und staatliche Strukturen, die für Diversität und Menschenrechte zuverlässig funktionieren. Es geht um nichts geringeres als darum, auf allen gesellschaftlichen und staatlichen Ebenen die Menschenrechte durchzusetzen und die Demokratie zu verteidigen.


Es gibt auch erfreuliche Entwicklungen: Wir versprechen uns viel vom Antidiskriminierungsnetzwerk, das die Stadt und der Landkreis Göttingen gerade zusammen mit vielen zivilen Akteurinnen aufbauen und woran wir mit großer Freude mitarbeiten. Der Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen ist Träger der im Herbst startenden zivilgesellschaftlichen Antidiskriminierungsstelle. Diskriminierung muss zuverlässig erfasst, konsequent beendet und sanktioniert werden. Dafür entstehen jetzt Raum und Strukturen. Dazu muss die langfristige Finanzierung sichergestellt werden. Nötig aus unserer Sicht ist auch die Aufstockung kommunaler Förderung für die queere Sozial-, Kultur- und Jugendarbeit des Queeren Zentrums Göttingen – einem Ort, der sich täglich für Vernetzung, Empowerment und Interessenvertretung queerer Menschen einsetzt. An den verschiedenen Aktivitäten zum IDAHOBITA 2024 beteiligen sich Aspecs Göttingen, BiPlus Göttingen, das Jugendprojekt „equity* – Empowerment für queere Jugendliche und junge Erwachsene bis 27″, die Göttinger Aidshilfe zusammen mit s*ven – Sexuelle Vielfalt erregt Niedersachsen, SCHLAU Göttingen sowie das Queere Zentrum Göttingen. Auch engagierte Einzelpersonen und DJs sind aktiv und laden ein zur queeren Party am 17. Mai (Queerparty: I can take myself dancing…)!!!